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  • Oliver Behringer

Tour of China 1 - Besser als erträumt

Die Tour of China ist in vollem Gange. Vor über einer Woche, am 3. September, flog ich nach Peking und mit dem Bus gings am Folgetag nach Chengde. In der Region Chengde fanden die ersten beiden Etappen statt. Eine kurze Etappe über knapp 100 Kilometer am ersten Tag und ein 8 Kilometer langes Einzelzeitfahren am Tag danach.


Die erste Etappe war wie immer etwas chaotisch. Viele Fahrer möchten in die Spitzengruppe, niemand möchte zu früh, zu viel Energie verbrauchen, kein Team möchte von Anfang an die Kontrolle des Rennens übernehmen und daraus resultierte dann, dass sich erst nach einer Stunde eine Spitzengruppe bildete Den vier Fahrern wurde jedoch nie ein grosser Vorsprung gewährt und bereits 20 Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreisser wieder gestellt. Die letzten Kilometer waren leicht abschüssig und der Schlusssprint deshalb extrem schnell. Unser schnellster Sprinter Mehdi Benhamouda (FRA) konnte sich auf dem 21. Schlussrang platzieren. Noch nicht das Resultat, dass wir anstrebten, aber mit dem Wissen, dass Mehdi sein erstes Rennen in einigen Monaten bestreitet eines das Hoffnung auf mehr machte.


Der zweite Tag bestand aus einem kurzen und technisch anspruchsvollen Zeitfahren. Die 8 Kilometer konnte ich mit weniger als einer Minute Abstand zum Sieger gewinnen. Dieses Resultat zeigte mir auf jeden Fall, dass meine Form gut war, denn Zeitfahren gehört ganz sicher nicht zu meinen Stärken. Auch als Team konnten wir uns gut positionieren und hatten mit Stephen Clancy (IRL) noch jemanden in unmittelbarer Schlagdistanz zum Gesamtführenden.

Das dritte Teilstück führte uns über einen topfebenen und 130km langen Kurs. Das Rennen wurde nun vom italienischen Bardiani Team, welches den Leader stellte, kontrolliert. Das heisst der Rennverlauf war etwas ruhiger als noch am ersten Tag. Es gab wiederum viele Attacken in der Startphase aber als sich nach kurzer Zeit eine Gruppe lediglich mit Fahrern mit einem grösseren Rückstand im Gesamtklassement absetzte, liess Bardiani die Gruppe ziehen und kontrollierte den Abstand routiniert zwischen 1-2 Minuten. Wie erwartet, kam es am Schluss zu einem Massensprint. Mehdi wurde von uns gut Positioniert und konnte auf den 5. Platz sprinten! Ein super Resultat für unser Team!


Am Vortag haben wir leider niemanden in der Spitzengruppe, darum waren wir auf der vierten Etappe besonders motiviert. Auf den ersten Kilometern wurde das Rennen noch kontrolliert, damit das Feld den ersten Zwischensprint nach 13 Kilometern gemeinsam erreicht. Danach ging der Kampf um die Spitzengruppe des Tages los. Unser Team war aktiv und bei jeder Attacke hatten wir jemanden dabei. Schliesslich war es dann eine Attacke von einer Gruppe mit mir, die sich lösen konnte. Wir hatten schnell einen Abstand von 4-5 Minuten und der Vorsprung blieb lange konstant. Zuerst waren wir 4 Fahrer und ab 30 Kilometern vor dem Ziel noch als Trio unterwegs. Ich war tatsächlich das erste Mal in meiner Profikarriere in einer Spitzengruppe und so langsam realisierte ich, dass es eine der wenigen Spitzengruppen sein könnte, die tatsächlich einen Vorsprung ins Ziel bringen kann. Ich war also extra motiviert und half meinen beiden Mitstreitern tüchtig bei der Führungsarbeit. Meine beiden Fluchtgefährten hatten eindeutig mehr Erfahrung in Fluchtgruppen und wussten, dass sie ihre Beinen noch etwas mehr schonen mussten für die letzten Kilometer, denn als es auf die letzten Kilometer ging war bei mir der Tank plötzlich leer und ich konnte den anderen Beiden nicht mehr folgen. Während ich innerhalb der letzten 5 Kilometern noch vom Feld gestellt wurde, schaffte es das Duo an der Spitze bis ins Ziel. Es war wirklich Enttäuschend so nah an einer Podiumsplatzierung dran zu sein und diese dann untergehen zu sehen. Aber ich habe auf jedem Fall einiges an Erfahrung gewonnen um es das nächste Mal zu schaffen!


Für die fünfte Etappe war der Fokus dann wieder auf unserem Sprinter. Eine kurze und schneller Etappe stand an. Die 116 Kilometer absolvierten wir in unter zweieinhalb Stunden. Das Team arbeitete perfekt zusammen und wir platzierten unseren Sprinter in den vordersten Rängen für die letzten paar hundert Meter. Und Mehdi vollendete unsere Vorarbeit und sicherte sich als zweiter sein erstes Podium als Profi! Was für ein Tag!


Nun steht noch die sechste Etappe der Tour of China 1 auf dem Plan. Danach haben wir einen Ruhetag und starten direkt in die Tour of China 2. Diese startet mit einem kurzen Zeitfahren und beinhaltet danach vier Etappen. Interessant wird für mich vorallem die dritte Etappe. Am Schluss gibt es dort in etwa 9 Kilometern fast 600 Höhenmeter zu bewältigen. Ich freue mich!



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